10 Fragen und Antworten zur Blutzuckermessung

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  1. Bei der Diagnose und Behandlung von Diabetes kommt dem HbA1c-Wert beziehungsweise „Langzeitblutzucker“ eine wichtige Bedeutung zu. Was genau sagt dieser Laborwert aus?

 

Der HbA1c Wert ist der sog. Langzeitblutzucker und repräsentiert das Blutzuckergedächtnis. Der Wert gibt dem Patienten und dem Arzt Information über die Blutzuckereinstellung der letzten etwa 8 Wochen.

Blutzucker wird an eine Form des roten Blutfarbstoffs gebunden und je höher der Blutzucker in diesem Zeitraum war, umso höher ist der gemessene HbA1c Wert. Auf Grund des Lebenszyklus der roten Blutkörperchen macht eine Bestimmung in einem Mindestintervall von 8 Wochen Sinn.

Angegeben wird der HbA1c Wert in Prozent oder nach neuer Nomenklatur in mmol/mol.

In der Regel wird bei Diabetikern einmal im Quartal, oder bei guter stabiler Einstellung in einem noch größeren Intervall der HbA1c Wert gemessen.

Die HbA1c Ziele sind individuell. Sie richten sich in erster Linie an die Dauer der Diabeteserkrankung und auch an das Vorhandensein möglicher kardiovaskulärer Vorerkrankungen.

So ist ein HbA1c Ziel bei einem frisch diagnostizierten Typ 2 Diabetiker mit 50 Jahren durchaus unter 7% oder darunter sinnvoll.

Prinzipiell sollte der HbA1c Wert so nieder wie möglich sein, ohne dass Unterzuckerungen vorhanden sind.

 

  1. Auch zu niedrige HbA1c-Werte sind nicht optimal, was sagen diese aus?

Speziell bei Medikamenten die Unterzuckerungen hervorrufen, insbesondere bei einer Insulintherapie, kann ein zu niedriger HbA1c Wert ein Hinweis auf immer wiederkehrende Unterzuckerungen sein.

 

  1. Was sollte man beim Blutzucker messen beachten? Wie misst man richtig und wie häufig sollte man messen?

Zuerst sollte man sich gründlich die Hände mit Seife waschen. Danach steckt man den Blutzuckerteststreifen in das Blutzuckermessgerät. Anschließend nimmt man die Fingerkuppe eines Fingers und gewinnt durch Benutzung der Lanzette einen kleinen Blutstropfen und saugt diesen durch schräges Ansetzten des Teststreifens in die Kapillare des Streifens. Nach ein paar Sekunden wird der aktuelle Blutzuckerwert am Gerät angezeigt.

 

  1. Was ist ein CGM-System “Continuous Glucose Monitoring“ und für wen ist es geeignet?

Ein CGM System besteht aus einem Sensor und einem Empfänger. Der Sensor wird bei dem am häufigsten gebräuchlichen System 14 Tage lang auf der Haut getragen und misst kontinuierlich den Blutzucker, etwa all 2 Minuten. Die Messwerte werden an den Empfänger übertragen, wo sie abgelesen werden können.

Besonders geeignet sind diese Systeme für Patienten mit hohem Unterzuckerungsrisiko, im speziellen bei Insulintherapien. Sie geben fast in Echtzeit Information über den aktuellen Blutzuckerwert, ohne dass extra eine Fingerstichmessung durchgeführt werden muss.

Insbesondere sind CGM Systeme sehr sinnvoll bei wiederkehrenden Hypoglykämien oder bei schwierigen Insulineinstellungen zur Optimierung der Therapie.

 

  1. Warum ist eine Blutzuckerselbstkontrolle sinnvoll?

Eine Blutzuckerselbstkontrolle erhöht die Patientensicherheit und die Lebensqualität.

Weiters verbessert sie die Blutzuckereinstellung.

 

     6. Wie häufig sollte eine Blutzuckerselbstkontrolle durchgeführt werden?

Die Häufigkeit richtet sich nach der Art der Therapie. So kann eine 1 bis 3 x wöchentliche Blutzuckerkontrolle bei ausschließlich diätisch kontollierten oder bei Patienten mit Medikamenten die ein niedriges Unterzuckerungsrisiko aufweisen, durchaus sinnvoll sein.

Prinzipiell kann man sagen: Je komplexer die Therapie und je mehr Insulin im Spiel ist, desto höher das Risiko für Unterzuckerungen und desto häufiger sollten die Blutzuckermessungen durchgeführt werden.

Routinemäßig sinnvoll für die Therapiekontrolle ist eine Überprüfung des Morgenzuckers in der Früh nüchtern, nach dem Aufstehen. Weiters sollte in allen Ausnahmesituationen der Blutzucker überprüft werden. Das wäre zum Beispiel eine zwischenzeitlich aufgetretene Grippe mit hohem Fieber oder wenn der Verdacht auf eine Unterzuckerung besteht.

 

  1. Welche Patienten profitieren besonders von einer häufigen Blutzuckermessung?

Besonders Patienten mit einem DM Typ 1 und einer sogenannten funktionellen Insulintherapie bzw. Basis-Bolus Therapie profitieren besonders von einer häufigen Blutzuckermessung.

 

  1. Was ist ein strukturiertes Blutzuckertagesprofil?

Das sind über den gesamten Tag verteilte Blutzuckermessungen, wodurch man Informationen über den tageszeitabhängigen Verlauf des Blutzuckerspiegels erhält.

Ein strukturiertes Blutzuckertagesprofil soll sowohl Messungen unmittelbar vor, als auch etwa 2 Stunden nach den Hauptmahlzeiten enthalten.

Insbesondere bei Neueinstellung oder Therapieumstellung können Blutzuckertagesprofile sinnvoll sein.

 

    9. Was sind die Blutzuckerzielwerte bei einer Insulintherapie?

Als Therapieziele bei Patienten mit Insulintherapie gelten Blutzuckerwerte zwischen 80 bis 110mg/dl nüchtern bzw. vor den Mahlzeiten.

Hat jemand zusätzlich ein kurzwirksames Insulin vor den Mahlzeiten, so sollen die Werte 2h nach dem Essen unter 140mg/dl liegen.

Prinzip: So nieder wie möglich ohne Unterzuckerungen.

Auch bei oralen Therapieformen sollten die Nüchternwerte so niedrig wie möglich sein, idealerweise unter 120mg/dl.

 

  1. Welche Möglichkeiten zur Blutzuckerdokumentation gibt es?

Es gibt die herkömmliche Möglichkeit der Eintragung der Blutzuckerwerte in ein Blutzuckertagebuch. Dieses ist erhältlich bei den Apotheken, dem betreuenden Diabetologen oder ist beziehbar über Firmen, die Blutzuckermessgeräte herstellen.

Als praktikable alternative können Blutzuckerwerte auch elektronisch über Apps ins Handy eingetragen werden.